Mitteilungen:

22.05.2024

Die Motivation, mich, einem Vorschlag der eigenen Landesgruppe folgend, für den Vorsitz des Vereins für Pointer und Setter zu bewerben, entstammt einer intensiven Diskussion mit engagierten Vetretern vieler Landesgruppen während der vergangenen Wochen. Es ging um den Zustand unseres Vereins und dessen mittelfristige Perspektive. Die wichtigsten Positionen daraus, die man gerne als Programm auffassen kann, sind:

- Die Mitwirkungsmöglichkeiten der Mitglieder an Entscheidungen des Vereins müssen verbessert werden. Die Option des §32 BGB(hybride Versammlung, digitale Abstimmung) sollen konsequent genutzt werden. Ein Abstimmungsergebnis einer MGV darf nicht abhängig sein vom Veranstaltungsort!

- Die Zuchtordnung hat ein bedenkliches Maß an Komplexität angenommen (ZZB Nutzen auf dem Prüfstand,ect.) und ermutigt nicht, sich als Züchter zu engagieren. Wir wollen nicht die unkontrollierte Massenzucht, aber der Zugang zum verantwortungsvollen Züchten muss deutlich niederschwelliger werden.

- Die Verantwortnung der Züchter für ihr Tun muß gestärkt werden. Kleinteilige Gängelung führt nicht zum besseren Hund!

- Zuchtausschließende Feststellungen durch die Vereinsverantwortlichen sind ein in vielerlei Hinsicht hochsensibles Thema! Die Gesunderhaltung der Rasse und der Erhalt der rassetypischen Eigenschaften konkurrieren mit der stetigen Verkleinerung der genetischen Basis. Neutrale fachwissenschaftliche Expertise muss permanent eingebunden sein, um auf diesem schmalen Grat die richtigen Entscheidungen zu treffen.

- Das Finanzbudget des Vereins rangiert, gemessen an seiner Größe und an anderen Vereinen,"im gehobenen Segment". Deswegen brauchen wir eine offene Diskusion über die künftige Ausrichtung der finanziellen Basis unseres Vereins. Die Aufgabenerledigung im Ehrenamt muss das bevorzugte Mittel sein und bleiben. Dazu müssen die Randbedingungen stimmen.(Ehrenamt nur mit Rechtschutzversicherung?)

- Die Mitglieder sollen deutlich über das gesetzlich geforderte Mindesmaß hinaus über grundlegende Vorgänge im Verein, insbesondere die Vereinsfinanzen, informiert werden.

- Bedeutsame Entscheidungen des erweiterten Vorstandes z.B. zu den Ordnungen des Vereins müssen so organisiert werden, dass ausreichend Zeit für eine vortlaufende Meinungs- und Willensbildung in den Landesgruppen bleibt.

- Trotz der satzungsgemäßen Fokussierung auf den Jagdgebrauchshund bleibt unser Verein das gemeinsame Dach für den Ausstellungs-, Sport- und Jagdgebrauchshund. Das erscheint wie die Quadratur des Kreises, ist aber möglich, und es gibt gute züchterische Argumente dafür. Ein engerer Austausch mit anderen Rassehundevereinen mit ähnlicher Aufgabenstellung (Erdhunde, Apportierhunde) soll angestrebt werden.

- Die aus der Vereinshistorie begründete Abspaltung der Zuchtclubs vom Verein ist und bleibt bedauerlich. Sie ist potenziellen Welpenkäufern kaum zu vermitteln und schwächt das Lager der Englischen Vorstehhunde. Alle denkbaren Ansätze zur Verbesserung/Intsensivierung der Zusammenarbeit sollen genutzt werden. Beispiehaft sei eine wechselseitige Anerkennung der Zuchtrüden genannt.

- Der Erfolg des Vereins basiert auf seiner satzungsgemäßen Einbettung in den JGHV. Grundgerüst für die Beurteilung unserer Hunde bleibt die eigene PO. Vor allem jagdlich engagierte Führer sollen aber konkreter ermutigt werden, ihre Hunde auch auf den Prüfungen des JGHV zu präsentieren und dafür die entsprechende Wertschätzung erfahren. Noch mehr der auf die kontinentalen Hunden fixierten Jäger/-innen sollen so für unsere Rassen begeistert werden.

- Die Prüfungen nach FCI-Regeln wie z.B. das Field Trail sind wertvolle Ergänzungen zu Prüfungen nach unserer eigenen PO und der des JGHV. Sie ersetzen diese nicht und dürfen nicht missbraucht werden, um den aus unseren nationalen Randbedingungen resultierenden Maßgaben aus dem Weg zu gehen.

- Das gleichmäßige Richten unserer Verbands- und Leistungsrichter bleibt ein hohes Ziel. Der Noteninflation muss Einhalt geboten werden. Ansonsten verlieren die Prüfungen jeden selektierenden Wert. Strukturierter Erfahrungsaustausch, praktische Vorführungen, Erarbeitung interpretierender Anmerkungen zur PO ect. sollen dabei helfen.

- Wichtige Zuchtlinieninformationen müssen für Welpenkäufer leicht verständlich zugänglich sein. Der Verein soll seine beratende Funktion vor und nach dem Welpenkauf stärken.


Haben Sie im Vorfeld der Mitgliederversammlung Fragen oder Anregungen zu den hier notgedrungen knapp ausformulierten Themen, dann wenden Sie sich gern e an die Landesgruppe Westfalen-Ruhr oder direkt an mich unter:  homann.klaus50@gmail.com






13.05.2024

                                       "Generalversammlung 2024"


Liebe Freunde der Englischen und Irischen Vorstehhunde,


der Vorstand unserer Landesgruppe hat sich am 9. Mai intensiv mit der Situation im Verein und speziell mit der Vorbereitung der Mitgliederversammlung am 2. Juni in Fulda beschäftigt. Unübersehbar ist, dass es in der Führung unseres Vereins "erhebliche Luft nach oben" gibt. Eine überbordende Regelungsflut im Zuchtwesen und deren gefühlt willkürliche Anwendung schreckt mittlerweile eher ab und lässt viele vormals engagierte Züchter ernüchtert und mit viel Groll zurück. Man "kündigt" innerlich, wandert ab oder gibt das Züchten ganz dran! Der im letzten Heft veröffentlichte, im Übrigen rechnerisch fehlerhafte Bericht zur finanziellen Situation des Vereins, und die dem erweiterten Vorstand zur Beschlussfassung vorgelegte Planung für das laufende Geschäftsjahr sind an sich schon alarmierend. Darüber hinaus wird dem für die Finanzen verantwortlichen erweiterten Vorstand eine Überleitung der Ist-Situation 2023 in das Planwerk 2024 systematisch unmöglich gemacht. Für eine Plausibilisierung beider Zahlenwerke ist das aber unabdingbar! Das sind genügend Gründe für rasches und konsequentes Handeln.


Zahlreiche Gespräche mit engagierten Züchtern, Hundeführern und Verbandsrichtern aus anderen Landesgruppen haben unseren fatalen Eindruck bestätigt und weitere Kritikpunkte offenbart. Für die Neuwahlen zum Vorstand schlagen wir den Mitgliedern einen personellen Wechsel und dazu Herrn Prof. Dr. Ing. Klaus Homann als ersten Vorsitzenden vor. Jahrzehntelange Erfahrung als Jäger, Hundeführer (KLM, ES), Ausbilder und Verbandsrichter einerseits, aber auch die ehrenamtliche Tätigkeit in sehr großen industriellen Vereinen (u.a. sechs Jahre lang Präsident des DIN) sollten Gewähr dafür bieten, in einer auf begrenzte Zeit angelegten Aktion die Führung unseres Vereins inhaltlich und personell neu zu gestalten. Die satzungsgemäßen Ziele sollen wieder in den Vordergrund treten, Transparenz zum Prinzip gemacht und in Entscheidungen vorgelebt und sich allem voran an den Mitgliederinteressen orientiert werden.


Weitere, in den jeweiligen Fachgebieten versierte Mitglieder aus verschiedenen Landesgruppen unseres Vereins haben bereits signalisiert, dass sie bereit wären, in einem neu aufgestellten Vorstand im oben beschriebenen Sinn Verantwortung zu übernehmen und sich zur Wahl zu stellen. Damit ein Neuanfang gelingen kann, müssen nun auch möglichst viele Mitglieder den Weg nach Fulda auf sich nehmen. Der Wahlmodus, der ein Zusammenführen der pauschalierten Landesgruppenstimmen mit denen der persönlich anwesenden Mitglieder vorsieht, macht das erforderlich. Es wäre schön, sich in Fulda zu sehen und gemeinsam die Grundlagen dafür zu schaffen, dass es uns allen wieder uneingeschränkt Freude macht, Mitglied im Verein für Pointer und Setter zu sein!


Der Vorstand der Landesgruppe Westfalen - Ruhr